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RUN THE RING steht in den Büchern

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. So führte das diesjährige Veranstaltungsabsagen-Limbo zu unserem ersten reinen digitalen Event. RUN THE RING wurde als Motivationsstütze und Laufstrecken-Guide für die veranstaltungsarme Zeit erdacht. “Fithalten und dabei neue Strecken & Flecken entdecken”, lautete das Konzept. Im Gegenzug zu anderen digitalen Events waren hier nämlich die Strecken vorgegeben. Dafür wurde der rund 100 kilometerlange Grüne Ring in zehn unterschiedlich lange Etappen unterteilt, welche man sich selbständig häppchenweise “verabreichen” konnte. Anfang Juli startete dann die zehnteilige Stempeljagd zur Komplettierung des persönlichen Grüner-Ring-Passes. Die Medaille erhielten nur diejenigen, die alle Strecken absolvierten. Die Beweispflicht übernahm die begleitende App, die Orientierung erfolgte aus dem Zusammenspiel von Streckenbeschilderung und Kontrollblick auf‘s Smartphone.

Die Reihenfolge der Etappen war frei wählbar, die An- und Abreise dank guter Verkehrsmittelanbindung unkompliziert. Zu bestaunen gab es einen landschaftlich abwechslungsreichen Kurs, der einen auch an Orte führte, die selbst gewaschenen Hamburgern noch neue Perspektiven bot. „Ich wusste ja gar nicht, wie schön das hier ist“, war ein Satz, den man aus Teilnehmerkreisen oft vernehmen konnte. Da wird sich der ein oder andere Teilnehmer sicherlich ein paar neue Strecken mitgenommen haben – egal, ob zum Laufen, Radfahren oder Spazierengehen. Von Parkanlagen und Waldgebieten über Kulturlandschaften und Naturschutzgebieten zu Flüssen und Seen wurde dem Läuferherz einiges geboten. Die Nennung der Lieblingsabschnitte fällt hier sicherlich sehr unterschiedlich aus.

Erwähnenswert wäre da zum Beispiel das Alte Land auf dem ersten Abschnitt, das an den Süden der Hansestadt grenzt. Mitteleuropas größtes Obstanbaugebiet wartet mit Äpfel- und Kirschbäumen auf, wohin das Auge reicht. Als weiteres Highlight würden viele wohl die vierte Etappe nennen, die fast ausschließlich entlang der Norderelbe führt. Fast 10 Kilometer am Deich, perfekt um den Stress des Alltags zu entfliehen. Das wird höchstens durch die teils kräftigen Winde getrübt. Ebenfalls mehr als sehenswert ist Etappe 7, die zum Schluss über den Ohlsdorfer Friedhof im Norden der Stadt führt – den größten Parkfriedhof der Welt. Und Etappe 10 bot am Fähranleger Teufelsbrück ein malerisches Finish vor dem Hintergrund der Elbe. Wer das Glück hatte, diese Etappe im Sonnenuntergang zu beenden, wird diesen Moment nicht so schnell vergessen.

Dieser Augenblick sollte besonders den Ultra- und Staffel-Läufern im Gedächtnis bleiben, endete hier auch das Ein-Tages-Event von RUN THE RING. Wem die etappenweise Umrundung nicht herausfordernd genug war, konnte nämlich am 30. August die Reise auch am selben Tag beginnen und beenden. Los ging’s um 6.58 Uhr in der Früh, als sich die erste Teilnehmerin in Finkenwerder auf die Strecke machte. Nach und nach folgten die männlichen Ultras und schließlich die Staffeln. Die Vergabe der Startzeiten nach persönlichen Paces zahlte sich aus, bündelte sich das Teilnehmerfeld nach hinten raus immer mehr. Während die später gestarteten Staffeln das Feld langsam von hinten aufrollen, ist für zwei Ultras nach 43 bzw. nach 63 km Schluss. Ein zu hohes Anfangstempo und viel Sonnenschein mit Temperaturen um die 25° zollten ihren Tribut. Es ist kurz nach 18.00 Uhr, als die erste Teilnehmerin das Ziel dort erreicht, wo es vor über elf Stunden auf der anderen Elbseite begonnen hatte. Innerhalb von zwei Stunden trifft der Rest ein. Anschließend lässt man den Lauftag gemütlich im Sonnenuntergang bei isotonischen Getränken und Snacks ausklingen.

An diesem Tag kamen auch zum ersten Mal die Medaillen zum Vorschein. Diese fallen mit einem Durchmesser von über 10 Zentimetern üppig aus, was auch die investierte Laufleistung widerspiegeln soll. Zusätzlich zu den Ultras und Staffelläufern konnten sich 199 Teilnehmer dieses Erinnerungsstück sichern. Es zeugt auch als Andenken an ein Format, dass es wohl ohne die diesjährigen Begleitumstände so nie gegeben hätte. Als Lückenfüller soll RUN THE RING aber gewiss nicht in Erinnerung bleiben. Dafür war der Aufwand, der Schweiß und das Blut, die in die Entwicklung flossen, zu umfangreich. Deshalb…

…RUN THE RING ist gekommen, um zu bleiben – wir sehen uns nächstes Jahr!

Die Top-Ergebnisse

Männer

  1. Marcel Schlag (HNT Hamburg)
    6:19:09 Std. | 15,44 km/h
  2. Oliver Levien (SC Urania Hamburg)
    6:54:16 Std. | 14,13 km/h
  3. Patrick Lucke (Triabolos Triathlon Hamburg)
    6:56:02 Std. | 14,07 km/h

Frauen

  1. Manja Delfs (Kaltenkirchen)
    8:12:56 Std. | 11,87 km/h
  2. Annika Sickert (Hamburg)
    9:27:06 Std. | 10,32 km/h
  3. Regina Seifert (Tornesch)
    9:38:07 Std. | 10,12 km/h

Ultras

  1. Max Teichert (Triabolos Triathlon Hamburg)
    8:44:57 Std. | 11,19 km/h
  2. Christian Decker (Hamburg)
    10:50:40 Std. | 9,02 km/h
  3. Christina Brockmann (Heidjer Cross Runners)
    11:17:23 Std. | 8,67 km/h

Staffeln

  1. GdC Brasileiros de Alster
    8:34:37 Std. | 11,41 km/h
  2. Revival Runners
    8:58:27 Std. | 10,91 km/h
  3. 360° Health Lab Team II
    9:00:57 Std. | 10,85 km/h

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